Bildbearbeitung am PC



Wie wichtig ist die Bildbearbeitung?

Auch wenn die Digital-Kameras immer besser werden, so ist es dennoch wichtig, dass Bilder später am PC verbessert werden.
Dabei geht es nicht alleine um Kontrastunterschiede, sondern auch um Farbe, Licht und Verläufe.

Eine Kamera kann nur 20% des Kontrastunterschiedes aufnehmen was unser Auge sehen kann. Daher steht jeder Fotograf vor dem großen Problem wie er das Bild so belichtet, dass es nicht zu sehr über- oder unterbelichtet ist.

Das Beispiel recht zeigt wie unterschiedlich ein Bild nach der Bearbeitung sein kann (zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken).

Ist es denn noch Fotografie wenn Bilder nachbearbeitet werden?

Es gibt immer wieder Auseinandersetzungen, ob man Fotos überhaupt bearbeiten sollte.

Ich denke schon, denn auch die Kamera "bearbeitet" bereits das Foto und somit spiegelt es niemals die Wirklichkeit wieder.
Alleine durch die Auswahl der Belichtungszeit, des Objektives (Verzerrungen), des Bildaufbaus, der Farben (früher der Film), der Komprimierung usw. verändern wir die Wirklichkeit.

Vielleicht sollte man auch unterscheiden, was ein Foto ausdrücken soll. Möchte man etwas dokumentieren? Oder möchte man etwas neues schaffen.
Wie ein Maler erzeugt auch der Fotograf in gewisser Weise ein eigenes Bild. Es soll dem  Betrachter eine neue Sicht der Dinge zeigen.

Sind nicht viele Fotos zu sehr bearbeitet in Magazinen?

Auch hier muss man unterscheiden, was man erreichen will. Ein Produkt soll makellos sein...das Modell eben auch.
Das hat aber inzwischen dazu geführt, dass viele Fashion-Bilder nicht mehr glaubwürdig  und einfach zu glatt geworden sind.

Viele Fotografen verlassen sich zu sehr auf die Bildbearbeitung am PC und man kann sich natürlich fragen, wo dabei die Fotografie geblieben ist.

Für mich persönlich hat es nichts mehr mit Fotografie zu tun, wenn Bilder mit künstlichen Hintergründen versehen werden. Oder man aus diversen Bildern ein Foto "zaubert".
Ich denke, das geht dann in den Bereich der Grafik und des Grafikdesigns. Ohne Frage gibt es großartige Photoshop-Künstler und sie erschaffen neue Welten.
Ich habe größten Respekt vor deren Arbeiten.
Aber meine Bilder sind alle genau an Ort und Stelle aufgenommen und meine Hintergründe sind echt. (nur seltene Ausnhamen)
Bei der Bildbearbeitung versuche ich den Fotocharakter zu bewahren. Keine makellose Schönheit, sondern anfassbare Menschen, die nur durch die Art der Pose und des Lichtes manchmal zu Ikonen oder Skulpturen werden. Dennoch arbeite ich meist mit ganz normalen Männern, die keine professionellen Modelle sind.

Ist denn das Hauptmerkmal nicht die Körper-Retuschierung?

Das mag für viele Fotografen zutreffen, aber ich persönliche retuschiere nur sehr wenig am Körper.
Benötige ich für die Bildbearbeitung pro Bild 1-3 Stunden, so ist der Anteil der Körperretusche in 10 Minuten oftmals erledigt.

Ich mache also keine künstlichen Muskeln oder übertriebene Hautglättungen.

Warum brauchst du aber so lange für die Bildbearbeitung?

Da ich nicht in einem Studio arbeite und auch kein künstliches zusätzliches Licht benutze, muss ich mit der Kamera Komprimisse bei der Belichtung und Bildschärfe eingehen.
Ich arbeite nur selten mit Stativ, denn das behindert mich in der Arbeit. Viele der von mir benutzten Locations sind nur schlecht beleuchtet.

Daher muss ich am PC die Belichtungen Stück für Stück nachkorrigieren. Schlechte Lichtverläufe abändern, um den Fokus des Betrachters auf das Eigentliche im Bild lenken.

Viele denken, dass man da ein paar Filter benutzt und fertig ist das Bild. Aber wer einmal selber begonnen hat mit der Ebeben-Technik zu arbeiten weiß, wie umfangreich die Arbeit ist. Man kann dabei von richtiger Handarbeit sprechen. Und auch früher wurde in Laboren ein Bild erst richtig zu einem Kunstwerk.